IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Orte > Bayern > Rosenheim > Gstadt am Chiemsee > Meilenstein mit Inschriften der Kaiser Septimius Severus, Caracalla und Julian

Meilenstein der Kaiser Septimius Severus, Caracalla und Julian Apostata

Die säulenförmigen römischen Meilensteine standen in regelmäßigen Abständen an den überregionalen Straßen und zeigten die Entfernung von der nächsten Stadt in der jeweiligen Provinz an. Am Ende der Inschrift steht daher die Meilenangabe M P (milia passuum) und eine Zahl. Neben diesem praktischen Zweck dienten die Meilensteine der kaiserlichen Propaganda. Sie nennen Namen und Titel des Kaisers, unter dem eine Straße gebaut oder repariert worden ist, und bezeugen damit den Verlauf von Verkehrsrouten und deren Bedeutung für Handel und Militär.
Der Meilenstein vom Chiemsee, der an der Straße von Iuvavum zur Provinzgrenze bei Pfaffenhofen am Inn stand, wurde mehrfach beschriftet. Sicher zu lesen sind die Inschriften der Kaiser Septimius Severus (195 n.Chr), Caracalla (213 n.Chr.) und Flavius Claudius Julianus (360 - 363), der den Beinamen Apostata (der Abtrünnige) erhielt, weil er vergeblich versuchte, die alten Kulte wieder zu beleben und das Christenum zurück zu drängen.
Die dreimal erhaltene Meilenzahl ist 36 (ca. 45 km), womit man von Salzburg bis in die Umgebung von Seebruck am Chiemsee kommt, wo die römische Straßenstation Bedaium lag.