IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Altar für Jupiter und alle Gottheiten

Der Text auf dem monmentalen Altar ist trotz der schlechten Erhaltung gut zu rekonstruieren. Das ist der Formelhaftigkeit der römischen Steininschriften zu verdanken, deren Abkürzungen sich aus dem jeweiligen Zusammenhang erschließen lassen. Das OM in der 1. Zeile gehört zu der auf unzähligen römischen Altären vorkommenden Formel IOM (Iovi Optimo Maximo), d.h. dem besten und größten Jupiter. Dieser Altar war zusätzlich auch allen Göttern und Göttinnen: DDO (Dis Deabusque omnibus) geweiht.
Der Name des Stifters lässt sich zu Turbonius Fuscinus ergänzen. Er war beneficiarius - die Abkürzung dafür (bf) ist nicht erhalten - consularis (cos) einer Legion mit den Beinamen pia fidelis (p f). Diese wird die in Enns stationierte Legio II Italica gewesen sein. Nun folgt die Weiheformel: pro se et suis votum solvit libens merito (v s l m), die sagt, dass Turbonius den Altar für sich und die Seinen gestiftet hat.
In den 3 letzten Zeilen ist das Jahr durch die Namen der amtierenden Konsuln angegeben. Obwohl nur die letzten Buchstaben des 2. Namens erhalten sind, ergibt sich aus der Tatsache, dass 2 Kaiser Konsuln waren (dominis nnostris - die Mehrzahl wird durch die Verdoppelung des n augedrückt), eindeutig, dass es sich um Severus und seinen Sohn Antoninus (bekannt als Caracalla) handelt. Die Zahl III nach dem Namen des Severus steht für sein 3. Konsulat, also wurde der Altar im Jahr 202 n. Chr. geweiht. Er diente nicht als Opferaltar, sondern war eine Votivgabe an die Götter. Der Stifter war als Beneficiarius von seiner Legion zur Überwachung eines Straßenabschnitts im Raum von Iuvavum abkommandiert. Nach Beendigung dieses Dienstes weihte jeder Beneficiarier in der jeweiligen Straßenstation einen Altar. Wo sich das Heiligtum befand, in dem dieser ungewöhnlich große Altar aufgestellt war, ist unbekannt.