IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Orte > Bayern > Rosenheim > Bad Endorf > Grabinschrift des Iulius Victor

Grabinschrift für die Angehörigen des Victorinus

Der Grabstein schildert lapidar das traurige Geschick einer Familie. Aufgelistet werden die Toten nach ihrem Alter. Iulius Victor, Sohn des Martialis, starb mit 55 Jahren, seine Frau (uxor) Bessa, Tochter des Iuvenis, wurde 45. Novella, Tochter des Essibnus, starb 18jährig. Victorinus hat den Eltern und seiner Ehefrau - Novella - und seiner Tochter Victorina den Grabstein machen lassen. Für das Töchterchen gibt es keine Altersangabe, es war vermutlich noch ein Säugling. Der Grund für das Sterben wird zusammen mit dem Todesjahr genannt: qui per luem functi sunt, d.h. alle sind einer Seuche zum Opfer gefallen, die im Jahr der Konsuln Mamertinus und Rufus, 182 n.Chr., wütete. Nicht an der Krankheit gestorben ist der zuletzt genannte Bruder des Victorinus, Aurelius Iustinus, 10 Jahre lang Soldat der 2. Italischen Legion, der 30 Jahre alt wurde. Dessen Familienname Aurelius deutet darauf hin, dass er kein Verwandter, sondern ein Kamerad des Victorinus in der in Enns stationierten Legion war.
Die erwähnte Seuche gehört zu den in der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel immer wieder ausbrechenden Pestepidemien, die gleichzeitig mit verheerenden Barbareninvasionen das römische Reich erschütterten.