IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Reliefblock von einem Grabbau

Die mit gekreuzten Beinen stehende männliche Gestalt ist orientalisch gekleidet. Typisch dafür sind die Kopfbedeckung mit nach vorn fallender Spitze, die sogen. phrygische Mütze, und das langärmelige Kleid, unter dem lange Hosen getragen werden. Diese Tracht kennzeichnet auf Grabreliefs Attis, den Geliebten der kleinasiatischen Göttin Kybele. Seine Pose mit gekreuzten Füßen und auf die Hand gestütztem Kopf drückt die Trauer über seinen Fehltritt aus: da er das der Kybele gegebene Keuschheitsgelübde gebrochen hatte, schlug sie ihn mit Wahnsinn, so dass er sich selbst entmannte. In seinem Kult wurde er als Vegetationsgott gefeiert, der jährlich stirbt und wiederaufersteht. So wurde seine Gestalt auf Grabsteinen zum Sinnbild menschlicher Hoffnungen. In der Sepulkralkunst tritt die Attisfigur gewöhnlich paarweise auf, meist zu beiden Seiten der Inschrift; daran ist zu sehen, dass nicht die mythische Person dargestellt ist, sondern das Symbol für ein aus dem Sterben erwachsendes neues Leben.