IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Rosenheim

In einer 1802 abgebrochenen Feldkapelle im Rosenheimer Stadtteil Happing wurde ein römischer Inschriftenstein als Opferstock verwendet, der später in die Archäologische Staatssammlung nach München gebracht wurde. Ebenso wurden im Happinger Moos römische Scherben geborgen. Diese römischen Funde stammen wohl zweifelsfrei aus der ca. 7 km entfernten römischen Töpfersiedlung von Westerndorf/ St. Peter (ebenfalls Stadt Rosenheim), die bereits zu Beginn des 19.Jhs. in der Ortsmitte von Westerndorf bekannt war.
Diese Siedlung erstreckt sich über eine Fläche von ca. 60 m westlich der Kirche bis ca. 50 m östlich der Kirche. Es konnten seit den 1950er Jahren mehrere Abfallgruben und Brennöfen geborgen werden. Diese Töpfersiedlung, in der Terra Sigillata von teils hoher Qualität erzeugt wurde, wurde in den letzten Jahrzehnten des 2. Jhs. n. Chr. als Zweigstelle des großen Töpferzentrums von Rheinzabern in Obergermanien gegründet. Bis in das zweite Drittel des 3. Jhs. wurden Westerndorfer Erzeugnisse hauptsächlich an den norisch-pannonischen Donaulimes vertrieben. Aber auch das norische Hinterland wurde zahlreich mit den Produkten aus Westerndorf versorgt, die ab dem Ende des 2. Jhs. n. Chr. die Produkte aus Rheinzabern zu verdrängen scheinen. Der Grund dafür liegt sicherlich in der Tatsache, dass die Westerndorfer Waren wesentlich leichter und billiger über den Inn an die Donau und in das Hinterland verschifft werden konnten. Die Lage der Wohnsiedlung und der zugehörigen Gräberfelder sind bis heute nicht bekannt.

Andrea Krammer

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Quellen: Obermyr 1974, 89-91; Czysz/Dietz/Fischer/Kellner 1995, 537; Steffan/Uenze 2003 , 217, Kat.Nr. 422-424 u. S. 219225, bes. Kat.Nr. 435-444.