IUVAVUM - Römersteine im bayrisch-österreichischen Grenzraum

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Chiemsee

Auf der Fraueninsel im Chiemsee wurden Siedlungsfunde der Urnenfelder- und Spätlatènezeit archäologisch nachgewiesen. Während die Funde der Urnenfelderzeit vielleicht von einem Opferplatz stammen, bezeugen die spätlatènezeitlichen Fundstücke eine zeitlich begrenzte Siedlungstätigkeit. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1961 bis 1964 und 1984 kamen neben zwei Grabsteinen auch römische Bauteile (Ziegel, Dachziegel und Hohlziegel von römischen Heizanlagen) zum Vorschein. Da römerzeitliche Bebauungsspuren bisher jedoch fehlen, ist wohl anzunehmen, dass die Steindenkmäler ebenso wie die vermutlich römerzeitlichen Bauteile vom Festland auf die Fraueninsel verschleppt wurden, wo im 9. Jh. n. Chr. ein Frauenkloster erbaut wurde, welches noch heute besteht. H.-J. Kellner verwies in seiner Arbeit über das Badegebäude von Bernau am Chiemsee bereits darauf, dass in alten Klosterschriften davon berichtet wurde, wie Baumaterial für das Frauenkloster auf der Insel aus den Ruinen einer alten, südlich des Chiemsees gelegenen Burg entnommen worden sei. Da nun der Grabstein von Frauenchiemsee starke Parallelen zu dem aus Bernau am Chiemsee aufweist, stellt Kellner einen direkten Zusammenhang zwischen diesen beiden Denkmälern her und stellt zur Diskussion, dass der Stein von Frauenchiemsee im 9. Jh. von den Ruinen des römischen Gutshofes bei Bernau auf die Insel verschleppt worden sein könnte.

Andrea Krammer

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Quellen: Kellner 1959, 153, V. Milojčic, Herren-, Kraut- und Fraueninsel im Chiemsee. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern 19, Mainz 1971,22-39; Steffan/Uenze 2003, 141, Kat.Nr. 157f.